Rebbau Spiez

Ursula Irion

Der Spiezer Rebberg gehört zu den höchstgelegenen Rebbergen nördlich der Alpen. Dank guter Sortenwahl, dem Wärmespeicher Thunersee und dem Föhn gelingt es, einen schönen, frischen, frechen, spritzigen Weisswein und finessereiche, elegante duftig-fruchtige Rotweine zu keltern, welche Quervergleiche in Fachdegustationen der Schweiz nicht zu scheuen brauchen. Aus einem Glas Spiezer lässt sich die voralpine Landschaft lesen.

Ursula Irion hat seit Juli 2013 die Betriebsleitung übernommen und ist weiterhin als Kellermeisterin dafür verantwortlich, dass der Spiezer «frisch, frech und spritzig» bleibt. Der Abschluss in Naturwissenschaften und die Ausbildung zur Winzermeisterin sind wichtiges Rüstzeug für die komplexen Aufgaben in diesem Selbstkelterbetrieb.

Zur Geschichte: Im Jahre 994 wurde der Rebbau am Thunersee erstmals erwähnt. Eine Parzelle am Pintel bei Wimmis wurde an ein Kloster im Elsass verkauft. Damals wurde die Weinkultur von den Römern entwickelt. Es wurden die Sorten Elbling und Thunrebe (heute Räuschling) angebaut, die als Brotweine dienten und säurereich waren, da sie nicht im Ertrag reduziert wurden. Das herrschende Klima war schlechter und der Wein diente dazu, der hungernden Bevölkerung die erwünschten Kalorien zu bringen. Heute werden aus Elbling und Räuschling hervorragende Weine gekeltert.

Zur Jahrhundertwende wurde der Weinbau in Spiez aus wirtschaftlichen Gründen (Konkurrenz aus dem Genferseegebiet und aus Frankreich) und krisenbedingt (Brot statt Wein) eingestellt. Zudem hatte der Verderber, eine Pilzkrankheit, den Elbling-Reben arg zugesetzt. Im Jahre 1927 scharte Hans Barben einige Gleichgesinnte um sich und begann 1928 mit der Bepflanzung einer Parzelle mit der Neuzüchtung Riesling-Sylvaner. Schon zwei Jahre später wurde sie durch die Sorte Gutedel ersetzt. Bald zeigte sich, dass der Spiezer Boden für diese Sorte nicht geeignet ist. Wieder wurden die Stöcke ausgerissen und wiederum durch Riesling-Sylvaner ersetzt. Die Rebfreunde gründeten einen Verein, der in den folgenden Jahren stetig an der Vergrösserung des Rebberges arbeitete. 1942 wurde der Verein in die Rebbau-Genossenschaft Spiez umgewandelt. Der Spiezer Wein entsteht heute in den alten Gemäuern des Schlosses Spiez.

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