Distillerie Studer

Viele Geschichten aus der Schweiz und der ganzen Welt basieren auf alten Sagen und Erzählungen. Manchmal ist strittig, was davon der Wahrheit entspricht und was auf einem Mythos beruht. Viele dieser Darstellungen haben sich über Jahrhunderte hinweg tief in die Geschichte einer Gegend eingeschrieben und sind in den Herzen der Menschen hängengeblieben.

Auch die Biografie der Familie und Distillerie Studer wurzelt in einer solchen regionalen Geschichte: einer Erfolgsgeschichte von Schweizer Spirituosen, mit sagenhaften Episoden, die wahrer nicht sein könnten.

Der Anfang liegt im Jahr 1883 und wird von vier Brüdern geschrieben: Robert, Gottfried, Hans und Josef. Die Männer sind jung, tragen Schnäuze mit spitzen Enden und haben den Blick über die Dorfgrenzen hinaus in die Weite der Welt gerichtet. Der Antrieb: Unternehmungslust, Wissensdurst. Eines Tages brechen sie auf, mit der neuen Eisenbahn. Die Lehr- und Wanderjahre führen sie von Spanien nach Schottland - über Umwege; die Studers, so liest man in der Familienchronik, arbeiten auch bei Marie Brizard in Frankreich, lassen sich einweihen in die Rezepturen und die Feinheiten der Produktion von Likören und Spirituosen - und wo das Wissen mit Begeisterung ins Fliessen kommt, wo inspirierender Austausch stattfindet, werden auch wertvolle Kontakte geknüpft und vereinbarend Hände geschüttelt.

Die Reise geht weiter und weiter. Und auch immer wieder zurück. Zurück in die Heimat. Zum Ursprung: das Dorf Escholzmatt, 857 Meter über Meer, inmitten einer hügeligen Landschaft, in der dichte Fichtenwälder die Lungen beflügeln, Steinpilze mit bräunlichen Hüten aus dem Boden grüssen, Tiere und Pflanzen in Moorlandschaften Ideenreichtum unter Beweis stellen. Am südlichen Ende der Schrattenfluh ruht, unbewegt, ein Gebirgsstock der Voralpen. Alles hier ist von Sagen durchtränkt und umwoben: Es kursieren Geschichten  vom Schutzgeist einer Tanne, der einem jungen Bauern die Beine zerschlug, als der es wagte sich am alten Baum zu schaffen zu machen, ihn zu fällen. Man erzählt sich die Legende vom Erdmännchen und einem magischen Feuerzeug, das Wünsche erfüllt. Und man getraut sich nicht wirklich die Geschichten als blosse Märchen abzutun. Denn letztlich kann man nie wissen, ob nicht doch ein paar Wundergestalten im malerischen Entlebuch ihre Finger im Spiele haben.