Portrait von Hand gezeichnet von Familie Schmid vom Château l'Escarderie in Fronsac.

Château l'Escarderie

Dieter Schmied

Fronsac - Bordeaux - Frankreich

Das im Herzen der geschichtsträchtigen Appellation Fronsac gelegene Château l’Escarderie steht für die konsequente Verbindung von historischem Terroir und moderner ökologischer Landwirtschaft am rechten Ufer der Dordogne. Wer nach dem handwerklichen Ausdruck von bodengeprägter Struktur, biologischer Reinheit und handwerklicher Präzision sucht, stösst unweigerlich auf das Fokus-Keyword Château l’Escarderie in Fronsac. Das rund fünf Hektar umfassende Anwesen in der Gemeinde Saint-Germain-de-la-Rivière wird von der Familie Schmid-Haguenin mit hohem ökologischem Anspruch geführt. Als zertifizierter Bio-Betrieb verkörpert das Gut den Wandel in der Region Fronsac hin zu nachhaltigen, naturnahen Produktionsmethoden, die das spezifische Profil der kalk- und tonreichen Hanglagen ohne synthetische Hilfsmittel in die Flasche bringen.

Das unerschütterliche Fundament für das strukturierte und mineralische Profil der Weine von Château l’Escarderie bildet die geologische Formation der Fronsadais-Hügelkette. Die Weinberge erstrecken sich über Süd- und Südwesthänge, deren Untergrund von einem tiefgründigen Sockel aus Fronsac-Kalkstein und kalkhaltigem Molasse-Gestein geprägt ist. Über diesem Felsfundament liegt eine vielschichtige Auflage aus tonigem Lehm und sandigen Sedimenten. Diese Bodenzusammensetzung erfüllt im Weinberg eine essenzielle thermische und hydrologische Ausgleichsfunktion. Der dichte Ton speichert kühle Feuchtigkeit tief im Erdreich und schützt die Reben während trockener Sommermonate vor Hitzestress, während der porenreiche Kalksteinsockel überschüssiges Wasser nach Niederschlägen rasch ableitet. Die Wurzeln der durchschnittlich 35 bis 45 Jahre alten Rebstöcke sind gezwungen, tief in die Gesteinsspalten einzudringen, was dem Wein sein festes Tanningerüst, seine feine Säurestruktur und seine charakteristische Frische verleiht.

Zu den prägenden Besonderheiten von Château l’Escarderie zählt die lückenlose biologische Bewirtschaftung aller Parzellen, die seit 2015 nach ökologischen Richtlinien zertifiziert ist. Das Mikroklima der Hanglagen auf etwa 40 Metern über dem Flusstal profitiert von einer stetigen Luftzirkulation, welche die Laubwand rasch trocknet und den Befall durch Pilzkrankheiten auf natürliche Weise minimiert. Um die Bodenstruktur zu erhalten und Verdichtungen im Wurzelbereich zu vermeiden, setzt das Weingut bei der Unterstockarbeit in den steileren Parzellen auf den Einsatz von Arbeitspferden. Der Rebsortenspiegel ist optimal auf die Bodenverhältnisse abgestimmt: Die Hauptrebsorte Merlot sorgt auf den Ton-Kalk-Böden für Struktur und Dichte, während der Cabernet Franc für aromatische Komplexität sorgt und der Malbec der Cuvée zusätzliche Farbe und Würze verleiht. Durch den Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel wird die biologische Aktivität im Boden gefördert, was die natürliche Widerstandskraft der Reben stärkt.

Die Antwort auf die Frage, wie der Wein auf Château l’Escarderie entsteht, liegt in einer minimalistischen und hochpräzisen Kellerarbeit. Die Ernte aller Trauben erfolgt ausnahmslos manuell in kleine Kisten mit anschliessender Selektion auf dem Sortiertisch. Die Traubenverarbeitung findet in einem historisch teilversenkten Keller aus dem 19. Jahrhundert statt, der die Nutzung der natürlichen Schwerkraft ermöglicht. Durch den Verzicht auf mechanische Pumpen werden die Beeren geschont und unerwünschte Bitterstoffe vermieden. Die Gärung setzt spontan durch die auf den Traubenhäuten vorhandenen wilden Hefen ein. Die Extraktion der Farbstoffe und Gerbstoffe erfolgt äusserst behutsam über sanftes Unterstossen des Tresterhuts. Je nach Line-up reift der Wein über mehrere Monate in gebrauchten sowie neuen französischen Eichenholzfässern oder in naturbelassenen Terrakotta-Amphoren. Die Abfüllung erfolgt ohne scharfe Filtration und mit minimalen Schwefelgaben, um die ungarvierte Identität des Terroirs zu bewahren.

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